Ab welchem Punkt trägt sich dein Geschäft eigentlich selbst? Genau das beantwortet der Break-even-Point, die Gewinnschwelle. Er zeigt dir, wie viel du verkaufen musst, damit deine Einnahmen die Kosten decken. Für jede Selbstständigkeit ist das eine der wichtigsten Zahlen überhaupt. In diesem Beitrag lernst du die Formel, rechnest ein Beispiel mit und verstehst, was dir das Ergebnis für deine Planung sagt.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Break-even-Point ist der Punkt, an dem Einnahmen und Kosten gleich hoch sind.
- Die Formel lautet: Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag pro Stück.
- Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus die variablen Kosten pro Stück.
- Ab dem Break-even-Point macht jeder weitere Verkauf Gewinn.
- Die Zahl hilft dir bei Preisgestaltung, Planung und der Frage, ob sich eine Idee trägt.
Was der Break-even-Point genau bedeutet
Der Break-even-Point markiert die Grenze zwischen Verlust und Gewinn. Unterhalb dieser Menge zahlst du drauf, weil deine Kosten höher sind als deine Einnahmen. Genau an diesem Punkt deckst du alle Kosten, machst aber noch keinen Gewinn. Jeder Verkauf darüber hinaus bringt dir dann tatsächlich etwas ein.
Um ihn zu berechnen, musst du deine Kosten in zwei Gruppen teilen. Fixkosten fallen unabhängig davon an, wie viel du verkaufst, etwa Miete, Versicherungen oder Software. Variable Kosten hängen direkt an jedem verkauften Stück, zum Beispiel Material oder Verpackung.
Die Formel für den Break-even-Point
Der Kern besteht aus zwei kurzen Rechnungen. Zuerst bestimmst du den Deckungsbeitrag pro Stück, dann teilst du die Fixkosten dadurch.
Deckungsbeitrag pro Stück = Verkaufspreis − variable Kosten pro Stück
Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück
Willst du statt der Stückzahl den nötigen Umsatz wissen, multiplizierst du die Break-even-Menge einfach mit deinem Verkaufspreis. So siehst du auf einen Blick, welchen Umsatz du mindestens brauchst.

Ein Rechenbeispiel Schritt für Schritt
Angenommen, du verkaufst ein selbst gestaltetes Produkt. Deine Zahlen sehen so aus:
| Grösse | Wert |
|---|---|
| Fixkosten pro Monat | 2.000 |
| Verkaufspreis pro Stück | 50 |
| Variable Kosten pro Stück | 30 |
Zuerst der Deckungsbeitrag pro Stück: 50 minus 30 ergibt 20. Jedes verkaufte Stück trägt also 20 zur Deckung deiner Fixkosten bei.
Jetzt die Break-even-Menge: 2.000 geteilt durch 20 ergibt 100. Du musst also 100 Stück pro Monat verkaufen, um kostendeckend zu arbeiten. Der nötige Umsatz liegt bei 100 mal 50, also 5.000. Ab dem 101. Stück beginnt dein Gewinn.
Tipp: Rechne lieber vorsichtig. Setze die Fixkosten eher etwas höher und den Preis eher etwas niedriger an, dann erlebst du in der Praxis seltener böse Überraschungen.
Was dir der Break-even-Point für deine Planung sagt
Die Zahl ist mehr als eine Rechenübung. Sie beantwortet handfeste Fragen und hilft dir bei Entscheidungen.
- Ist mein Verkaufsziel realistisch, oder liegt der Break-even-Point ausser Reichweite?
- Wie wirkt sich eine Preisänderung aus, und wie viele Verkäufe spare ich mir dadurch?
- Welche Fixkosten kann ich mir überhaupt leisten?
- Ab wann lohnt sich eine Investition, die meine Kosten erhöht?
Gerade wenn du dich ohne grosses Eigenkapital selbstständig machst, ist der Break-even-Point ein guter Realitätscheck. Er zeigt schnell, ob deine Kalkulation trägt oder ob du an Preis, Kosten oder Absatz drehen musst.
Fazit
Den Break-even-Point zu berechnen ist einfacher, als es klingt. Du teilst deine Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück und weisst, wie viel du verkaufen musst, um kostendeckend zu arbeiten. Diese eine Zahl hilft dir bei der Preisgestaltung, bei Investitionen und bei der Frage, ob sich deine Idee überhaupt rechnet. Setz deine eigenen Werte in die Formel ein und schau, wo deine Gewinnschwelle liegt.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Break-even-Point?
Du teilst deine Fixkosten durch den Deckungsbeitrag pro Stück. Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis minus die variablen Kosten pro Stück. Das Ergebnis ist die Menge, die du verkaufen musst, um kostendeckend zu arbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Fixkosten und variablen Kosten?
Fixkosten fallen unabhängig von der verkauften Menge an, etwa Miete oder Versicherungen. Variable Kosten entstehen pro verkauftem Stück, zum Beispiel Material oder Verpackung. Für den Break-even-Point brauchst du beide Werte getrennt.
Was sagt mir der Break-even-Point?
Er zeigt dir die Grenze zwischen Verlust und Gewinn. Unterhalb zahlst du drauf, genau am Punkt deckst du deine Kosten, darüber machst du Gewinn. Das hilft dir bei Preisen, Kostenplanung und der Einschätzung, ob deine Idee trägt.
Wie berechne ich den nötigen Umsatz statt der Stückzahl?
Du multiplizierst die Break-even-Menge mit deinem Verkaufspreis. So erhältst du den Mindestumsatz, den du erreichen musst, um alle Kosten zu decken.
