Eine Rechnung ist überfällig, und du fragst dich, wie du den Kunden erinnerst, ohne gleich die Beziehung zu belasten. Genau dafür gibt es die Zahlungserinnerung. Sie ist der freundliche erste Schritt, bevor es förmlich wird. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du eine Zahlungserinnerung formulierst, welche Vorlagen du direkt nutzen kannst und wo der Unterschied zur Mahnung liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die erste Zahlungserinnerung bleibt höflich, denn meist steckt nur ein Versehen dahinter.
- Sie ist keine Mahnung, sondern ein freundlicher Hinweis auf die offene Rechnung.
- Nenne die Rechnungsnummer, den Betrag und ein klares neues Zahlungsziel.
- Wird nicht gezahlt, folgt eine deutlichere zweite Erinnerung oder eine Mahnung.
- Ab wann Verzug eintritt und welche Kosten möglich sind, hängt vom Land ab.
Zahlungserinnerung oder Mahnung: Wo ist der Unterschied?
Die beiden Begriffe werden oft in einen Topf geworfen, meinen aber Unterschiedliches. Die Zahlungserinnerung ist ein freundlicher Hinweis darauf, dass eine Rechnung noch offen ist. Sie unterstellt dem Kunden nichts und geht davon aus, dass die Zahlung schlicht untergegangen ist.
Die Mahnung ist der Schritt danach. Sie ist bestimmter im Ton, setzt oft eine letzte Frist und ist oft mit Mahnkosten verbunden, während Verzugszinsen bereits ab Verzug anfallen können. In Deutschland gerät ein Kunde je nach Fall spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug, bei Verbrauchern nur, wenn sie darauf hingewiesen wurden. Weil die Details je nach Land unterschiedlich sind, lohnt im Ernstfall ein Blick in die jeweilige Rechtslage.
Diese Angaben gehören in jede Zahlungserinnerung
Damit dein Kunde sofort weiss, worum es geht, sollte die Erinnerung ein paar Punkte klar benennen. So bleibt kein Raum für Rückfragen und die Zahlung lässt sich schnell erledigen.
- Bezug auf die konkrete Rechnung mit Nummer und Datum
- Der offene Betrag
- Das ursprüngliche und ein neues, konkretes Zahlungsziel
- Deine Bankverbindung
- Ein freundlicher Hinweis, dass sich das Schreiben mit einer bereits erfolgten Zahlung erledigt hat

Vorlage für die erste Zahlungserinnerung
Die erste Erinnerung darf ruhig locker klingen. Ziel ist, den Kunden ohne Druck an die Zahlung zu erinnern.
Betreff: Zahlungserinnerung zur Rechnung Nr. 2026-018
Hallo Frau Beispiel,
bestimmt ist es im Alltag untergegangen, deshalb eine kurze Erinnerung: Meine Rechnung Nr. 2026-018 vom 05.08.2026 über 450,00 ist noch offen. Ich möchte dich freundlich um die Begleichung des Betrags bitten.
Bitte überweise die Summe bis zum 05.09.2026 auf das bekannte Konto. Sollte sich deine Zahlung mit dieser Nachricht überschnitten haben, betrachte die Erinnerung einfach als gegenstandslos.
Vielen Dank und beste Grüsse
Max Muster
Vorlage für die zweite Zahlungserinnerung
Reagiert der Kunde nicht, wird die zweite Nachricht etwas verbindlicher. Der Ton bleibt sachlich, das Zahlungsziel wird aber deutlicher gesetzt.
Betreff: 2. Zahlungserinnerung zur Rechnung Nr. 2026-018
Hallo Frau Beispiel,
meine Rechnung Nr. 2026-018 über 450,00 ist trotz meiner Zahlungserinnerung vom 22.08.2026 weiterhin offen. Ich bitte dich, den Betrag bis spätestens 19.09.2026 zu überweisen.
Falls es Gründe für die Verzögerung gibt, melde dich gern, dann finden wir eine Lösung. Andernfalls sehe ich mich gezwungen, weitere Schritte einzuleiten.
Beste Grüsse
Max Muster
Tipp: Bleib auch in der zweiten Erinnerung sachlich. Ein ruhiger, klarer Ton bringt dich weiter als Druck und hält die Tür für die weitere Zusammenarbeit offen.
Wie oft erinnern, bevor es ernst wird?
Es gibt keine feste Regel, wie viele Erinnerungen nötig sind. Viele Selbstständige schicken eine, manchmal zwei freundliche Zahlungserinnerungen und gehen erst danach zur förmlichen Mahnung über. Wichtig ist, dass du dranbleibst und den Vorgang dokumentierst. Wer offene Rechnungen konsequent nachverfolgt, bleibt seltener auf seinem Geld sitzen. Eine saubere Rechnungsstellung ist dabei die halbe Miete, wie du auch beim Privatrechnung schreiben siehst.
Fazit
Eine Zahlungserinnerung zu formulieren ist keine Kunst, wenn du freundlich bleibst und klar wirst. Die erste Nachricht geht von einem Versehen aus, die zweite wird verbindlicher, und erst danach folgt die Mahnung. Nenne immer Rechnungsnummer, Betrag und ein konkretes neues Zahlungsziel, dann kann der Kunde sofort handeln. Mit den beiden Vorlagen oben hast du eine Grundlage, die du in wenigen Minuten anpasst.
Häufige Fragen
Wie formuliere ich eine höfliche Zahlungserinnerung?
Geh von einem Versehen aus und bleib freundlich. Nenne die Rechnungsnummer, den offenen Betrag und ein neues Zahlungsziel und füge einen Satz hinzu, dass sich die Erinnerung mit einer bereits erfolgten Zahlung erledigt. So bleibt der Ton angenehm.
Ist eine Zahlungserinnerung dasselbe wie eine Mahnung?
Nein. Die Zahlungserinnerung ist ein freundlicher Hinweis auf eine offene Rechnung. Die Mahnung ist der bestimmtere Schritt danach, oft mit letzter Frist und möglichen Verzugskosten. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Land.
Wie viele Zahlungserinnerungen sollte ich schicken?
Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Üblich sind eine bis zwei freundliche Erinnerungen, bevor eine förmliche Mahnung folgt. Wichtig ist, dass du konsequent dranbleibst und alles dokumentierst.
Was bedeutet die Formel „mit der Bitte um Begleichung“?
Das ist eine höfliche Standardformulierung, mit der du den Kunden bittest, den offenen Betrag zu bezahlen. Sie klingt sachlich und freundlich zugleich und passt gut in eine erste Zahlungserinnerung.
